Weissbrot, Penne, Reis und Kartoffeln…

Ihr wisst es, ich bin Ernährungsberaterin TCM, ich kenne mich mit Ernährung aus, habe ich doch vor meiner Ausbildung bestimmt alle Diäten und Ernährungsmodelle kennengelernt, die auf diesem Erdenrund kursieren… Ich habe gerne beraten und meinen Klienten, ja, auch den tierischen, hilfreiche Tipps weitergeben dürfen. Mein persönliches Hauptnahrungsmittel waren Gemüse und Früchte, basische Lebensmittel und die Lehre der TCM, welche sich über 3000 Jahre bestens bewährt hat. In der jüngsten Zeit habe ich mich immer mehr mit Heilkräutern und Wildkräutern auseinandergesetzt und natürlich weiss ich, dass die basische Ernährung bei Krebs eine der Besten ist, weil sie dem Krebs die Nahrung (Glucose) nimmt…

Mein Stoma verträgt jedoch im Moment weder Gemüse noch Früchte in dem Masse, wie ich es kenne. Ich muss bei vielen Dingen Acht geben, denn die Krämpfe im Darm sind unmöglich, wenn ich etwas esse, das mir schwer aufliegt, wenn es zu faserig ist (wie z.B. die Erdbeere???) dann kann es mein Stoma verstopfen. Manche Dinge sind mir sonnenklar, manche absolut nicht (dass eine Spargelstange faserig ist, erscheint mir logisch, dass aber eine Mandel, die ich zu Brei zerkaue, zu faserig ist, wirft in mir Fragezeichen auf) Ich muss immer Acht geben, dass ich nicht Durchfall bekomme, da ich sonst zuviel Elektrolyte verliere und dass ich nicht verstopft bin, um Krämpfe zu vermeiden. Am Bekömmlichsten ist für mich Weissbrot, Pasta und Kartoffeln in jeglicher Form. Ein Traum! Ich liebe es! Aber mit der Zeit fehlt mir das Bunte, Frische, Gewohnte…

Gestern wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich als Krebskranke nicht Dinge essen sollte, wie Weissbrot und Pasta und Co., sondern mich vegan ernähren sollte… Ich wurde für einen Moment echt sauer und dachte: hört mir denn niemand zu? Ich habe mich 5 Jahre rein vegan ernährt, ich ernährte mich mehr als gesund, bevor ich den Darmverschluss hatte und jetzt muss ich schauen, dass meine Verdauung funktioniert, eine Verdauung, die künstlich erschaffen wurde (ohne die ich jetzt tot wäre und nicht am basischen Buffet) und die nach dem Magen nicht mehr weitergeht, das heisst, die keine Verdauung im Darm mehr kennt! Manchmal muss man eben den Moment akzeptieren, auch wenn nicht alles so läuft, wie man das gewöhnt ist und auch wenn es nicht so ist, wie es im persönlichen Handbuch steht.

Gutgemeinte Ratschläge sind wunderbar, (danke dafür) aber ich kann euch sagen, es gibt Menschen, die glauben wirklich, dass Krebs eine Frage davon ist, ob man täglich einen Tropfen von dem oder von dem Mittelchen einnimmt, um wieder gesund zu werden und die keine Ahnung davon haben, was eine Krankheit in einem Menschen bewirkt. Jede Krankheit ist individuell und sie trifft diesen Menschen genau aus einem bestimmten Grund! Eine Krankheit ist immer eine Chance und erfordert einen wichtigen Prozess im Leben jedes Menschen und jeder Kranke geht seinen Weg damit, mal besser, mal schlechter. Niemand kann ihn für ihn gehen… Das ist kein Spaziergang und manchmal wäre es klug, zuzuhören, wenn es einen wirklich interessiert, bevor man mit gutgemeinten Ratschlägen am Ziel vorbeirauscht.

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