Wechseljahre… nur für Frauen?

Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, ist eine ganzheitliche Gesundheitslehre, welche auf Ansichten beruht, die uns im Westen vielleicht fremd vorkommen. Die TCM-Ärzte gehen von der Lebensenergie namens Qi aus, die mittels bestimmter Bahnen (Meridiane) durch den Körper fliesst. Sind Körper, Seele und Geist im Einklang, kann diese Energie frei fliessen, man ist gesund und fühlt sich wohl. Gibt es Blockaden, können Beschwerden oder sogar Krankheiten auftreten. Ebenfalls wichtig in der TCM sind Yin und Yang, die beiden gegensätzlichen Pole, die überall auf der Welt wirken – auch im menschlichen Körper. Yin kühlt, Yang erhitzt, Yin sorgt für Entspannung und guten Schlaf, Yang ist wichtig für Bewegung und Aktivität. Auch diese beiden Pole müssen ausbalanciert sein, um ein gesundes Leben zu führen. Ungleichgewichte entstehen z.B. durch äußere Einflüsse wie das Wetter, Stress, zu wenig Bewegung oder auch den Alterungsprozess. Mit der richtigen Ernährung lässt sich darauf gut Einfluss nehmen.

Sind Beschwerden in den Wechseljahren normal? Müssen sie sein?

Nein und nochmals nein!

Der Beginn der Wechseljahre ist oft gekennzeichnet durch eine unregelmässige Menstruation, Stimmungsschwankungen, Brustspannen, Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen. Laut TCM deutet das auf eine Störung des Leber-Qi hin. Sie entsteht nicht selten durch Stress oder weil man zu viel Ärger und andere negative Gefühle wie Wut oder Angst heruntergeschluckt hat. Kein Wunder, dass wir mit der Nahrungsaufnahme eine Antwort auf das Herunterschlucken von Emotionen, und das vermutlich während Jahren, geben können.

Helfen kann es hier, sich für seine Mahlzeiten Zeit zu nehmen und in Ruhe zu kauen. Bitte nicht das Essen schnell im Stehen herunterschlingen. Scharfe Gewürze sollten möglichst reduziert werden. Das gilt auch für Genussmittel wie Kaffee und Alkohol. Gut für das Qi sind frische Gemüsesorten wie Artischocken, Fenchel, Kohlrabi, Randen. Dazu kommen Nüsse und Samen, Oliven und frische Kräuter wie Petersilie, Kresse und Basilikum. Eine gute Unterstützung ist ausserdem Tee aus Frauenmantel oder Schafgarbe.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) nennt die Monatsblutung das „himmlische Wasser“ und die Menopause den „zweiten Frühling“. Wunderschön, oder?

Der Zweck der Menstruation

Die monatliche Blutung kühlt und entgiftet den Körper. Das heißt, dass dein Körper (falls du eine Frau bist) eine tolle Möglichkeit hat, sich von zu viel Hitze zu befreien. Und das jeden Monat!

Wenn du in den Wechseljahren an Hitzewallungen und Nachtschweiß leidest, merkst du genau dieses Phänomen: es bleibt zu viel Hitze im Körper durch die seltener werdende oder ausbleibende Blutung.

Mit durchschnittlich Anfang 50 bleibt die Blutung dann endgültig aus – das ist dann die Menopause. Die Jahre bis dahin nennt man Wechseljahre.

Der Zweck der Menopause

Beim Älterwerden produzieren wir automatisch immer weniger Blut und Qi, weniger Yin und Yang. Aber dein Körper ist sehr weise! Durch das Beenden der Monatsblutung erspart er dir einen weiteren Blutverlust. So sorgt er für ein gesundes Älterwerden vor.

Kennst du auch Frauen, die mit 50 oder 60 erst so richtig durchgestartet sind? Neue Hobbys, neue berufliche Erfüllung, interessante Reisen, spirituelle Entdeckungen… alles ist möglich!

Da du nun nicht mehr jeden Monat für einen ausreichenden Blutvorrat für die Menstruationsblutung sorgen musst, ergibt sich ein Energieüberschuss (ein relativer Überschuss an Yang).  Und diese Energie will genutzt werden – im „zweiten Frühling“.

Das würde ich gerne so stehen lassen, denn wie wunderbar fühlt es sich an, einfach frisch durchzustarten! Nun, manchmal geht es eben nicht ganz so einfach. Ich kann da aus Erfahrung sprechen und ich schaue seit Jahren wirklich gut auf meine Ernährung nach TCM… Aber mein Körper hat mittlerweile eine so grosse Lücke zwischen Yin und Yang gebildet, dass ich unter dem Yin-Mangel und dem Yang-Überschuss leide (ich weiss auch weshalb. Ich habe 20 Jahre unter Essstörungen gelitten, bis die TCM-Ernährung mir half, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. 20 Jahre im Extrem zu leben, hat mich einiges gekostet, was ich nun nicht mehr ganz ausblenden kann…

Nochmals zusammenfassend: Nach Ansicht der TCM kühlt und entgiftet die Menstruation den weiblichen Körper. Tritt sie nur noch selten auf oder bleibt ganz aus, kann überschüssige Hitze (Yang) nicht mehr aus dem Körper geleitet werden. Es kommt zu einem Yin-Mangel der Nieren. Typisch dafür sind Hitzewallungen, Schweissausbrüche vor allem in der Nacht, trockene Haut und Schleimhäute, heisse Füße in der Nacht, Schlafstörungen, innere Unruhe, Dünnerwerden der Haare und Haarausfall, Verstopfung, Osteoporose und Gedächtnisprobleme.

Hier gilt es wirklich, die Verdauung zu stärken. Gut sind Gemüsesuppen, Eintöpfe und Kompotte. Wichtig sind ausserdem mineralstoffreiche Lebensmittel wie Vollkorngetreide, Amaranth, Hülsenfrüchte, Kerne und Samen. Auch in diesem Fall sollten die meisten Mahlzeiten gekocht oder gedünstet sein. Auf Alkohol sollte ganz verzichtet werden. Auch Rauchen wirkt erhitzend und austrocknend.

Gut tut Ackerschachtelhalmtee. Bei Nachtschweiss ist Salbei eine gute Wahl.

Bei sehr starken Blutungen, aber auch durch Hitzewallungen oder durch ständige Überforderung kann es laut TCM zu einem Blutmangel kommen. Blut ist wichtig zur Befeuchtung des Organismus. Typische Symptome sind Erschöpfung, innere Unruhe, Gereiztheit, Schlafstörungen, trockene Haut, Verstopfung, brüchige Nägel und Haarausfall. Wichtig ist es dann, keine Mahlzeit ausfallen zu lassen. Unterstützend für die Verdauung sind gekochte Speisen; Rohkost sollte nur selten verzehrt werden. Das gilt auch für das Frühstück. Statt Müsli ist z.B. ein warmer Haferbrei (Porridge) mit gedünstetem Obst ideal. Sehr zu empfehlen sind den ganzen Tag über feuchte Gerichte wie Suppen, Kompotte oder Eintöpfe. Der Grossteil der Nahrung sollte aus Obst und Gemüse bestehen. Kaffee, Schwarztee und kalte Getränke tun dem Organismus jetzt nicht gut. Besser sind dünne Kräutertees oder lauwarmes Wasser.

Extra-Tipp für Schlafstörungen:

Weizen-Tee: 2 EL Weizenkörner in ½ Liter Wasser mind. 20 Minuten kochen, am Nachmittag trinken. Verwenden Sie einen Glas- oder Emailtopf.

Weizentee nährt das Nieren-Yin und beruhigt ein „heißes“ Herz. Das hilft besonders bei Einschlafproblemen und innerer Unruhe.

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