Stand der Dinge: Augenringe

Die Wochen ziehen sich wie Kaugummi und Hoffnung und Enttäuschung geben sich die Klinke in die Hand. Das Problem ist nicht unbedingt nur das Warten auf das Ende der Pandemie, sondern die Ungewissheit, die Machtlosigkeit und das Fehlen neuer Reize. Die Tipps, sich es in komfortablen Routinen zu Hause gemütlich zu machen, sind hinfällig. Das waren Ratschläge für ein paar Wochen im Winter. Was können wir jetzt der Verbitterung entgegensetzen?

Dazu stellt Jan in diesem Blog-Artikel ein paar Theorien auf, die zu lesen ein reines Vergnügen sind und die Raum schaffen, um einigen guten Gedanken Leben einzuhauchen: Die Kunst des Durchhaltens: 5 Tipps gegen die Desillusionierung.

Achtsamkeit

einguterplan.de schreibt: ab und zu, wenn wir im Verlag einen Fehler machen, eine Bestellung versemmeln oder ein Achtsamkeitstipp Raum für Fehlinterpretation zulässt, schreiben uns Menschen nicht ganz ohne Hohn, dass das ja „nicht besonders achtsam“ von uns war. Das kann (und soll?) uns natürlich besonders beschäftigen.
Ähnliches kann dir auch passieren, wenn du Achtsamkeit als neuen Teil deines Lebens feierst und andere dich damit verletzen wollen. Dies kann nur passieren, wenn Achtsamkeit Teil deiner Identität wird. Und das muss sie gar nicht und das will sie auch gar nicht. Achtsamkeit ist erst mal nur ein Werkzeug in der Werkzeugkiste deiner mentalen Gesundheit. Du kannst sie nutzen, wenn du sie brauchst oder sie ganz sanft etablieren, auch wenn du sie gerade nicht brauchst. Das Gewahrsein im Moment, das Beleuchten deiner Bedürfnisse, die Selbstreflexion deiner Denk- und Verhaltensweisen, das alles kann dein Leben extrem bereichern und entschleunigen, aber muss deswegen nicht der Kern deines Selbst werden. Ein entspannter Umgang mit ihr ist völlig ok, auch wenn sie wie eine Mission wirkt, auf die man sich von nun an begeben muss. Dies bringen solche philosophischen Konzepte, die wie eine Lebenseinstellung wirken, oft mit sich. Darauf einlassen musst du dich nicht.

Ganz ähnlich haben wir heute „zuhause“ bei meinen Eltern diskutiert. Auch wenn der Verstand mit guten Argumenten spricht, auch wenn wir (fast) alles über Achtsamkeit wissen, bereits 1000 Mal hörten, dass die Energie sich nun erheben will, das Gute endlich Raum bekommen will und der schnöde Mammon weniger Macht haben soll, auch wenn sich alles um Zusammengehörigkeit, einander helfen, Verständnis dreht, manchmal hat man einfach genug, genug davon, hinter einer Maske kein Gesicht mehr zu erkennen, angepöbelt zu werden, egal wegen was, weil bei jedem einzelnen die Nerven blank liegen. Man kann noch so achtsam sein wollen, noch so verständnisvoll, noch so empathisch, noch so positiv… wenn es einem den Nuggi raushaut, haut es ihn raus und das ist ok so – ist das nicht einfach menschlich?

Ich wünsche dir, dass du neben all den positiven Gedanken, neben all der Empathie nicht erschrickst, wenn du entdeckst, dass jeder auf der einen Schulter ein Engelchen sitzen hat und auf der anderen ein Teufelchen und dass jedes versucht, seine Meinung über ein Thema Kund zu tun. War es nicht schon immer so? Ich denke ja! Was ich immer mal wieder vergesse und mich verstärkt daran erinnern will, nicht nur ich habe beide Anteile in mir, auch mein Gegenüber. Von diesem erwarten wir gerne, dass zumindest er/sie sich „perfekt“ verhält… 😉

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