Sojaprodukte als Hormonspender???

Phytoöstrogene sind keine echten, menschlichen Geschlechtshormone, können aber im menschlichen Körper sehr ähnliche Wirkung haben, wenn diese über die pflanzliche Nahrung aufgenommen werden. Phytoöstrogene können gezielt über die Ernährung in den menschlichen Hormonhaushalt eingreifen. Rotklee, Leinsamen, Hülsenfrüchte, Kleie, Hopfen, Salbei sind nur wenige europäische Phytoöstrogene. Sojaprodukte gehören auf unseren Speiseplan, vor allem seit die vegane und vegetarische Ernährungsweise nach gutem Proteinersatz verlangt. Hast du schon mal gelesen, dass Sojaprodukte ungesund sind? Soja ist eines der Nahrungsmittel, die extrem umstritten sind. Am besten bildest du dir deine eigene Meinung, da es zu jeder Ansicht die entsprechenden Studien gibt. Und diese sind nicht immer frei von Lobbyismus und Wirtschaftsinteressen. Kritisches Lesen und sich nicht panisch machen zu lassen, ist daher das Gebot der Stunde.

In der TCM lernen wir immer wieder: Die Dosis macht das Gift.

Natürliche Sojaprodukte wie Tofu, fermentierte Sojasauce (Shoyu, Tamari), Sojamilch, Misopaste und Tempeh sind in Maßen sehr empfehlenswert. Zu viel davon kann zu gesundheitlichen Problemen führen, z.B. durch den hohen Salzgehalt in Sojasauce und Miso oder durch die pflanzlichen Östrogene (Phytoöstrogene) im Tofu.

Gerade bei Hashimoto und anderen Schilddrüsenprojekten und allgemein hormonellen Problemen sollte man auf Tofu und Sojamilch eher verzichten. Miso und Sojasauce sind laut Aussagen der Fachleute für die Hormone unbedenklich.

Soja wird viel in verarbeiteten Produkten verwendet (z.B. Sojalecithin, Sojamehl und Sojaöl). Da ist natürlich keine gesundheitsfördernde Wirkung mehr zu erwarten. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass gentechnisch behandeltes Soja verwendet wurde. In der konventionellen Tierzucht wird Soja als Futtermittel verwendet. Das heißt, auch Fleischesser kommen ohne Soja nicht aus. Leider handelt es sich eben hier meist um stark verarbeitetes Soja bzw. gentechnisch behandeltes Soja. 

Sojaprodukte haben ein hohes Allergiepotenzial. Hautausschläge oder Verdauungsprobleme weisen auf mögliche Unverträglichkeiten hin.

Sojabohnen – das Ausgangsprodukt von Tofu bis zur Sojasauce – sind übrigens Hülsenfrüchte. Diese stärken nach TCM vor allem die Nieren und die Milz, sind thermisch neutral und eine gute Eiweißquelle. Sojabohnen gelten als schwerer bekömmlich als Linsen oder Kichererbsen und werden in unseren Breitengraden vor allem in verarbeiteter Form verwendet (als Tofu, Miso…). So werden sie bekömmlicher.

Und so wirken die verschiedenen Sojaprodukte nach TCM:

1. Tofu
Der Naturtofu schmeckt neutral und ist deshalb vielseitig verwendbar. Räuchertofu hat einen intensiveren Geschmack. Beide sind wertvolle Nahrungsmittel, die auch für Kinder geeignet sind. Tofu enthält viel pflanzliches Eiweiß, was besonders für VeganerInnen wichtig ist.

Verwende Tofu nicht öfter als 2 bis 3 Mal in der Woche, vor allem in der Kinderernährung. Es gibt Studien, die die darin enthaltenen pflanzlichen Östrogene (Hormone) in größerer Menge für schädlich halten. Ein endgültiges Ergebnis gibt es noch nicht. In den Wechseljahren tut mehr Tofu anscheinend gut, da werden die Östrogene gebraucht.

– thermische Wirkung: kühlend
– leitet Hitze aus, z.B. gut bei Gastritis, Sodbrennen, Bindehautentzündung, Nachtschweiß
– tonisiert das Yin, z.B. gut für die Knochen (Osteoporose), Zähne, trockenen Husten
– gut bei innerer Hitze und Bluthochdruck

Bei einer schwachen Verdauung und innerer Kälte, verwendet man wärmende Gewürze und koche/brate den Tofu gut durch.
Im Bio-Supermarkt gibt es eine große Auswahl an Tofu, auch mit anderen Zutaten wie Gemüse und Gewürze. Lies bitte immer die Inhaltsstoffe und kauf keinen Tofu, der künstliche Zutaten enthält. Bevorzuge Tofu aus deinem Heimatland – Soja wird immer mehr auch in Europa angepflanzt.

2. Sojasauce und Misopaste
Achtung: Die herkömmliche Sojasauce ist ein stark verarbeitetes, künstliches Produkt. Sie enthält Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Konservierungsmittel. Empfehlenswert sind nur Bio-Produkte wie Shoyu und Tamari. Diese durchlaufen einen Fermentationsprozess von bis zu 5 Jahren und sind natürliche, wertvolle Lebensmittel.

– thermische Wirkung: kühlend bis neutral
– leitet Hitze aus und wirkt entgiftend (z.B. nach zu viel Nikotin oder Alkohol oder Schwermetallbelastung)
– stärkt das Immunsystem
– günstig für den Darm
– Misopaste kann zusätzlich noch Feuchtigkeit umwandeln, z.B. bei erhöhtem Cholesterinwert, Schwellungen, Arteriosklerose.

Verwende diese salzigen Produkte in kleinen Mengen, da der hohe Salzgehalt sonst das Herz und das Nervensystem schwächen kann. Um die positiven Wirkungen zu erzielen, reichen kleine Mengen aus. Beispiel: Einen Schuss Sojasauce zum Würzen dazugeben, 2x die Woche Misosuppe.

3. Sojamilch/Sojadrink
– thermische Wirkung: kühlend bis kalt
– tonisiert das Yin, besonders das Lungen-Yin (trockener Husten, Heiserkeit, trockene Haut), Nieren-Yin (Wechseljahrsbeschwerden) und Magen-Yin (Untergewicht, Sodbrennen)
– kann Feuchtigkeit umwandeln (z.B. Husten mit Schleim, Schwindel, Arteriosklerose)

Bei schwacher Verdauung und innerer Kälte (z.B. breiiger Stuhl bis Durchfall, kalte Füße, Blässe) sollte man lieber Reis- oder Haferdrink verwenden. Die sind thermisch neutral.

Sojamilch hat oft Zucker oder Süßstoff zugesetzt. Achte darauf, dass du Sojamilch ohne Süßungsmittel kaufst.

Sojajogurt ist übrigens ebenfalls sehr kühlend und befeuchtend und deshalb bei innerer Kälte und schwacher Verdauung nicht empfehlenswert. Es besteht in der Wirkung kein großer Unterschied zu Jogurt aus Kuhmilch oder auch Kokosjogurt. 

Natürliche Sojaprodukte sind nach TCM sehr empfehlenswert. Wie immer kommt es auf die Menge an

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