Schilddrüsenthematik – Hashimoto in Anlehnung an Büsis Infos im letzten Blog-Artikel

Hashimoto-Thyreoiditis ist eineAutoimmunerkrankung der Schilddrüse. Therapeutisch von größter Bedeutung ist die Frage, ob das System gekräftigt oder entlastet werden muss. Ist es irritiert und verausgabt durch die heutige Welt mit zu viel (künstlichen) Stoffen und Energien, Informationsflut, Überforderung? Die Konsequenz wären Vermeidungsstrategien, also Entsagung, Diäten, Fasten, Zufuhr von „Light”-Produkten bzw. „…-frei” Nahrungsmitteln (frei von Gluten, Zucker, Aromen, Fett …) – mit der möglichen Konsequenz, über die Jahre in einen nicht absehbaren Mangelzustand zu geraten.

Es ist aber auch möglich, dass unsere Verarbeitungsfähigkeit hierfür nicht gewappnet ist, dass aus TCM-Sicht Milz und Magen zu schwach sind, so dass unerlässliche Formen von Qi („Vitalstoffe”, „Nährstoffe”) nicht aufgenommen werden können, egal wie viel von außen – z.B. über Ernährungsstrategien – zugeführt wird. Hier wäre die Konsequenz: Stärkung von innen her, Verbesserung der Qi-Versorgung, körperlich, seelisch und geistig …

Bei Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoditis und dem Morbus Basedow reagiert das fehlgesteuerte Immunsystem auf körpereigene Stoffe, es arbeitet also gegen den Körper anstatt für den Körper. Bei Autoimmunerkrankungen haben wir es mit einem „Dauerbrenner“ zu tun – ein Prozess, der durch verschiedenste Einflüsse wie nicht ausgeheilte Infekte, toxische Belastungen aus der Umwelt oder auch genetische Faktoren bedingt wurde. Stress und ein schlechtes Bild von sich selber (Thema Selbstwert) gehören zu den wichtigsten Ursachen!

TCM-Behandlung bei Hashimoto: Es gibt Fülle- und Leerezustände, toxische Beeinflussungen, verbliebene pathogene Faktoren und Auswirkungen emotionaler Belastungen.

Die Diagnose erfolgt in der TCM – anders als in der westlichen Medizin – vor allem nach dem Befinden und nicht nach einem vergleichsweise abstrakten Laborbefund, der zudem nur die Untersuchung einer einzigen Körperflüssigkeit umfasst.

Die Suche nach den auslösenden Mechanismen zeigt dann vielleicht …

  • rote Punkte auf der Zunge als Hinweis auf infektiöse „Altlasten“
  • geschwollene Lymphknoten wie auch Schilddrüsenknoten als Zeichen von Schleim-Stagnation
  • je nach energetischer Situation veränderte Pulsbefunde.

Autoimmunerkrankungen werden in der TCM mit einer extremen Schwäche der Nieren- und Milzleitbahn erklärt. Normalerweise liefert die Nierenleitbahn unser „Lebensfeuer“, welches sämtliche Abläufe und Funktionen in unserem Körper steuert. Bei einer Schwäche dieser Leitbahn kann man sich das wie einen kalten Motor, der mit mangelhaftem Sprit versorgt wird, vorstellen: er kann unmöglich den Organismus wärmen und Körperflüssigkeiten bewegen (kaltes Öl rinnt weniger gut wie warmes). Folge: es kommt zu Kälte, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Wassereinlagerungen (Ödemen, geschwollene Lider, Cellulitis…).

Wenn man sich das Bild vorstellt, wie Fische im Wasser (also Hormone im Blut) sich fortbewegen – so wäre die Unterfunktion wie ein ausgetrocknetes Flussbett, in dem keine großen Fische (Hormone) überleben können.

Bei einer Unterfunktion ist üblicherweise das „Nieren-Yang“ stark vermindert. Dieses sollte den Körper auf „Betriebstemperatur“ erwärmen und sämtliche Funktionen gewährleisten.

Nieren-Yang unterstützende Hausmittel:

  • Fussbad mit Meersalz
  • ständige Wärme im Rumpf-Lenden-Beckenbereich (Wärmeflasche, Angorawickel, Decke….)

Dieser Nieren-Yang-Mangel entsteht nicht von heute auf morgen: es geht IMMER eine Schwächung der Milz-Leitbahn und da im Besonderen des Milz-Yang voraus. Die Symptome werden meist übergangen – daher kann sich der Nieren-Yang-Mangel langsam aber sicher entwickeln und zu einer Autoimmunerkrankung wie Hashimoto führen! Um das Nieren-Yang aber optimal zu unterstützen ist es wichtig, auch das Milz-Yang zu beachten und entsprechend zu unterstützen. Ernährungstechnisch für beide Yang-Mangelzustände ist von grösster Wichtigkeit: Esst unbedingt ein warmes Frühstück. Das ist bei Milzdisharmonien und Mangelzuständen das A&O: einen Reis- oder Hafer-Porridge mit Früchten (Aprikosen, Kirschen, Rosinen, Pfirsich) haben alle einen wärmenden Charakter.

Yang stärkende Lebensmittel:

Hühnerfleisch, Hühnerkraftsuppe, Fenchel, Kürbis, Paprika, Rosenkohl, Schafmilch und Schafkäse ist um einiges besser als Kuhmilchprodukte, weil diese kühlend wirken, wo das Schafmilchprodukt wärmt. Hühnerfleisch, Putenfleisch, Rindfleisch, Kabeljau, Lachs, Esskastanie, Kokosnuss, Cayenne-Pfeffer, Fenchel, Muskatnuss, schwarzer und weißer Pfeffer, Senf, Nelken, Pistazien, Himbeeren, Walnüsse, Ingwertee, Fencheltee, Traubensaft, und viele mehr.

Auch hier gilt natürlich, die individuelle Konstitution zu beachten und einzuschätzen. Wer jedoch über mind. 3 Wochen den Versuch macht, ein warmes Frühstück zwischen 6h und 9h einzunehmen, dem wird es bald schon viel besser gehen!

Bei der Schilddrüsenüberfunktion wird ein Nieren-Yin-Mangel festgestellt

Hier ist man zwar auch erschöpft, aber gleichzeitig unruhig und nervös, hat angespannte Nerven und Probleme, abzuschalten bzw. gut zu schlafen. Außerdem ist eine „leere“ Hitze zu spüren, also rote Wangen, eventuell Nachtschweiß und Hitzewallungen. Der Körper ist eher untergewichtig als übergewichtig und trocken, z.B. trockene Schleimhäute und trockener Stuhl, auch Haarausfall ist möglich.

Hier helfen saftige, suppige Speisen, die thermisch sanft kühlend bis sanft wärmend sind (also keine scharfen Gewürze). Mehr Gemüse, weniger Fleisch und Wurst, kein Knoblauch. Trinke statt Kaffee (leider besonders ungünstig) lieber einen Melissen- oder Orangenblütentee. 

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