Reisefieber

Leo, Hampi und ich wollen zu Dritt ein bisschen Zeit verbringen, um mit Leo in ein Abenteuer aufzubrechen, solange er noch mit uns reisen kann. Wir haben ursprünglich geplant, nach Belgien zu reisen, denn der Satz: Brügge sehen und sterben hat es uns angetan. Wir haben zwar nicht vor, dann zu sterben, aber Brügge sehen wollten wir immer.

Da nun aber das Motorradrennen in Misano nicht nach Belgien verlegt wird und mein Gatte gerne an diesem Event präsent wäre, haben wir uns kurzerhand entschieden, nicht Belgien, sondern Italien zu bereisen. Ich war einmal für ein Wochenende in der Toscana und sonst kenne ich Italien nicht! Das ist doch kaum zu glauben! Ich werde also aus Italien berichten und weiss noch nicht so genau, was ich alles posten werde. Thema wird sein: Bulldogge Leo, italienische Küche, tiefrote Weine, zauberhafte Landschaften und herzliche Menschen!

Was ich heute zum Thema Reisefieber gelesen habe, fand ich toll (Auszug aus Gedanken zum Tanken, ein Beitrag von Anja Kornfeld, Sursee) und erwähne es gerne an dieser Stelle:

Warum eigentlich haben Menschen heute so ein starkes Bedürfnis, von Zeit zu Zeit ihr gemütliches Zuhause zu verlas-sen und sich in die Fremde zu begeben? Früher, so z.B. in biblischen Zeiten und noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, reiste man nämlich nur, wenn es unbedingt sein musste: Aus wirtschaftlichen oder familiären Gründen. Auf keinen Fall verliess man einfach nur zum Vergnügen seine Heimat. Denn Reisen waren oft gefährlich, unkomfortabel und für die meisten leider zu teuer. Heute ist das Reisen wesentlich komfortabler und erschwinglicher. Und trotzdem hat es immer noch die ein oder andere Nebenwirkung. Reisen sind auch heute noch mit gewissen Belastungen verbunden: Staus und Verspätungen, Zeitverschiebung, Unfallgefahr. Zudem setzen wir uns durch Reisen auch gewissen gesundheitlichen Gefahren aus, durch anderes Essen, ungewohntes Klima oder Krankheiten, die man auflesen kann. Reisen belasten zum Teil auch unser Budget und auch die Umwelt. Aber dennoch scheinen die Freuden des Reisens alle Nachteile zu überwiegen. Warum ist das so? Der Schriftsteller Max Frisch hat in seinemTagebuch1946-1949 diese Frage gestellt. «Warum reisen wir?» Darin gibt er selbst eine Antwort: „Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, daß sie uns kennen ein für allemal; damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei – Es ist ohnehin schon wenig genug.

«Du sollst dir kein Bildnis machen, heisst es, von Gott. Es dürfte auch in diesem Sinne gelten: Gott als das Lebendige in jedem Menschen, was nicht erfassbar ist,» schreibt Frisch im Tagebuch ein paar Seiten weiter. Der Grund für das Reisen ist also laut Max Frisch, dass uns das Reisen neue Erfahrungen ermöglicht. Zunächst einmal mit uns selbst. Zu Hause sind wir oft eingebunden in unsere Arbeit, in den Alltag, Verpflichtungen in Ämtern, in Vereinen und der Familie. Von ihnen sind wir in den Ferien befreit. Das Wort Urlaub kommt von «erlauben». In den Ferien können wir uns also erlauben, Dinge zu tun und auszuprobieren, die wir sonst nicht kennen.

Wenn jemand beruflich den ganzen Tag im Büro sitzen muss, kann er sich in den Ferien vielleicht endlich einmal richtig körperlich auspowern, beim Wandern, Schwimmen oder Surfen. Und wer sonst den ganzen Tag körperlich schwer arbeiten muss, kommt vielleicht endlich dazu, einmal die Füsse hochzulegen und nichts zu tun. Beim Reisen kann ich neue Seiten an mir entdecken, z.B. auch indem ich mich einmal wieder in einer fremden Sprache verständlich machen muss oder unbekannte Speisen zu mir nehme. Und beim Reisen entdecke ich hoffentlich nicht nur neue Landschaften und Sehenswürdigkeiten, sondern begegne auch neuen Menschen: anderen Reisenden oder Einheimischen. Einige dieser Begegnungen passieren unverhofft und spontan. Vielleicht sind sie deshalb so schön und beglückend, weil der andere mich noch nicht kennt, weder meine Geschichte noch meinen Alltag, weder meine Stärken noch meine Schwächen. Reisen, das auf dem Weg Sein, bietet uns die wunderbare Chance, Bilder, die wir gemacht haben, von uns, von anderen, neu zu überdenken, zu erweitern, zu ergänzen. Darum kann Reisen auch helfen, Vorteile abzubauen, die ich vorher hatte, gegenüber mir und anderen.

Wenn jemand beruflich den ganzen Tag im Büro sitzen muss, kann er sich in den Ferien viel-leicht endlich einmal richtig körperlich auspowern,beim Wandern, Schwimmen oder Surfen. Und wer sonst denganzen Tag körperlich schwer arbeiten muss, kommt vielleicht endlich dazu, einmal die Füsse hochzulegen und nichts zu tun. Beim Reisen kann ich neue Seiten an mir entdecken, z.B. auch indem ich mich einmal wieder in einer fremden Sprache verständlich machen muss oder unbekannte Speisen zu mir nehme. Und beim Reisenentdecke ich hoffentlich nicht nur neue Landschaften und Sehenswürdigkeiten, sondern begegne auch neuen Menschen: anderen Reisenden oder Einheimischen.Einige dieser Begegnungen passierenunverhofft und spontan. Vielleicht sind sie deshalb so schön und be-glückend, weil der andere mich noch nicht kennt, we-der meine Geschichte noch meinen Alltag, weder meine Stärken noch meine Schwächen.Auf Reisen begegnen manche Menschen auch Gott noch einmal neu. Einige, die zu Hause nie ein Gottes-haus betreten, fühlen sich auf einmal angezogen von Kirchenoder anderen «Kraftorten» und lassen sich berühren von der «Heiligkeit» dieser Orte. MaxFrischinGriechenland,1957(©MaxFrisch-ArchivanderETH-Bibliothek(https://blogs.ethz.ch/digital-collections/2017/07/14/max-frisch-auf-reisen/)Reisen, das auf dem Weg Sein, bietet uns die wunderbare Chance,Bilder, die wir gemacht ha-ben, von uns, von anderen, von Gott,neu zu überdenken, zu erweitern, zu ergänzen. Darum kann Reisen auch helfen, Vorteile abzubauen, die ich vorher hatte,gegenüber mir, anderen und Gott.

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