Ölziehen… warum vergisst man das Einfache, Wirkungsvolle so schnell?

Kleiner Aufwand, große Wirkung! Viele Krankheiten beginnen im Mund. Daher hat das Mundspülen mit Öl nicht nur auf unsere Zähne eine positive Wirkung, sondern auf unser ganzes System. Das Ölziehen ist eine gute Methode, um Krankheitserreger in der Mundhöhle zu bekämpfen. Die vedische Lehre empfiehlt das Ölziehen seit Jahrhunderten, damit Bakterien und Schadstoffe aus der Mundschleimhaut gezogen und im Öl gebunden werden (bitte niemals runterschlucken!).
Die antibakterielle Wirkung des Öls hat nicht nur einen positiven Effekt bei Mundgeruch, sondern fördert auch ein gesundes Zahnfleisch und hemmt Karies. Weil sich Keime und Gifte durch die Blutgefäße im Mund im ganzen Körper verteilen können, hat die Ölreinigung auf unseren ganzen Körper eine positive Wirkung.
Viele Darm-Erkrankungen haben ihre Ursache in einer gestörten Darmflora, bei der schädliche Keime die „guten“ Darmbakterien verdrängen. Weil die Ölreinigung unerwünschte Keime beseitigt, soll sie daher auch bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts förderlich sein.
Auch durch den entgiftenden Effekt tut es der gesamten Gesundheit gut. Ob es auch für weißere Zähne und einen ausgegelichenen Säure-Basen-Haushalt sorgt, ist dagegen umstritten bzw. scheint von Person zu Person sehr unterschiedlich zu sein.
Unser Mund ist die Eintrittspforte in unseren Körper. Und gleichzeitig der schmutzigste Ort in unserem Organismus, vergleichbar mit dem Flur in unserem Haus. Im Flur sammelt sich der Schmutz von draußen und wird – wenn nicht geputzt wird – in unser ganzes Haus getragen.
In unserem Mund tummeln sich Tausende von Bakterien. Gerät die gesunde Balance dieses Ökosystems durcheinander, kommt es nicht nur zu Entzündungen am Zahnfleisch. Die Bakterien können durch die Blutgefäße in unserem Mund auch in unseren Körper getragen werden.
Während wir diesem Wissen hierzulande nur wenig Beachtung schenken, schätzt die alte ayurvedische Heilkunst schon lange die Wirkung des Ölziehens.

Beim Ölziehen werden z. B. Kokosöl oder Sesamöl in den Mund genommen und minutenlang durch die Zahnzwischenräume gezogen. Ein morgendliches Ritual, das bei uns immer beliebter wird und zur ayurvedischen Lehre definitiv dazugehört.
Das Ölziehen ist einfach. Ein Ersatz für das Zähneputzen ist es allerdings nicht.
Wähle ein hochwertiges pflanzliches Öl, z. B. Olivenöl oder Kokosöl. In Indien nimmt man traditionell Sesamöl. Ein idealer Zeitpunkt für das Ölziehen ist morgens gleich nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen.
Nimm einen Esslöffel Öl in den Mund und spüle damit für etwa 3 bis 10 Minuten kräftig die Mundhöhle. Zieh das Öl dabei durch die Zahnzwischenräume.
Spuck das Öl auf ein Tuch und gib es in den Hausmüll. Durch das Spülen im Mund bekommt es eine weißliche Farbe.
Anschließend den Mund mit warmem Wasser nachspülen und die Zähne wie gewohnt putzen.
– Sesamöl: In Indien gibt es eine lange Tradition des Ölziehens mit Sesamöl. Das nussige Aroma empfinden viele als angenehm.
– Kokosöl: Gerade geschmacklich eignet sich auch Kokosöl sehr gut. Und auch die Anwendung ist einfach, weil es sich durch die cremige Konsistenz leicht aus dem Glas löffeln lässt. Verwende möglichst Kokosöl in Bio-Qualität und achte auf einen nachhaltigen Anbau.
– Sonnenblumenöl: Zum Ölziehen eignet es sich dagegen prima, vor allem wenn du es nicht zu geschmacksintensiv magst.

Da Ölziehen keine Nebenwirkungen hat, empfehlen Experten tägliches Ölziehen einmal täglich mit einer Dauer von etwa 3-5 Minuten.
Bestehen Zahnfleischentzündungen oder andere Erkrankungen des Mundraums empfiehlt sich eine längere Ölreinigung von möglichst bis zu 15 Minuten.
Du möchtest deinen Körper entgiften? Dann eignet sich eine Ölziehkur besonders gut: Am besten für vier bis sechs Wochen, in denen du täglich ein- bis zweimal die Ölreinigung durchführst.

Natürlich ist das Ölziehen kein Wundermittel, aber es kann als präventive Maßnahme dazu beitragen, deine Gesundheit zu erhalten. Als Ölziehkur angewendet, verhilft es dir im ersten Schritt zu einem frischen Atem und einem sauberen Mundgefühl – und vielleicht wirst du ja auch noch weitere positive Auswirkungen verspüren. Probier es ruhig mal ein paar Wochen aus!

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