Jahre des Wechsels

Wenn einen die Hitze wie eine Welle überrollt, der Schweiss aus allen Poren dringt und der Körper automatisch nach Luft schnappt… dann ist das zwar eine Wallung, aber ich habe für mich bemerkt, dass sie mir anzeigt, was im Innern passiert, wenn ich den Gedanken zu fassen kriege, der just VOR der Hitze mein ganzes Sein bewegte. Immer hat es mit Emotionen zu tun: ui, ich habe vergessen…, ach, ich wollte doch noch…, und da gibt es die Gedanken, die mit den Urängsten vom Loslassen, von Existenz, von Gemeinschaft zu tun haben. Soll ich sie aussprechen? Was mache ich, wenn Leo stirbt? Hoffentlich wird Hampi nicht krank! Ich kann meine Eltern nicht loslassen, es geht einfach nicht! Was tue ich, wenn ich die Praxis nicht mehr betreiben kann? Brrrrrr… eine Welle um die andere lässt sogar meine Unterarme tropfen, wenn ich diese Sätze aufschreibe und mich ihrer echt schäme… Habe ich das nicht im Griff? Ich müsste das im Griff haben, ich wirke unglaubwürdig, wenn ich… Weisst du, wie ich meine?

Mehr denn je haben wir in den Jahren des Wechsels das Gefühl, alles im Griff haben zu müssen. In jungen Jahren wuppt man vieles, ohne darüber nachzudenken. Heute fällt mir oft auf, wie viele Stunden meine Tage gehabt haben müssen. Ich kann dir nur raten: lass deine Gedanken zu, lass die Emotionen sprechen, lass die Hitze dir erklären, was dich wirklich bewegt und lass deinen Körper seine klare Sprache sprechen!

Und da ich ja die Meinung vertrete, dass mit der Ernährung so manches gut gesteuert werden kann und ich in dieser Hinsicht etwas im Griff haben kann ;-), kann ich dir ein paar Tipps mitgeben, die für uns, 50+ richtig gut sind:

Die Geschichte mit dem Salbeitee habe ich im Blog bereits in einem Artikel verewigt… Er ist gut gegen die Hitzewallungen, du wirst sehen!

Die meisten Frauen geben mir Recht, wenn ich sage: einen Tag ohne Essen geht gar nicht. Dass das Essen einen regelmäßigen Rhythmus braucht, spüren die meisten. Nimm aber kleinere Portionen, meide Überessen und zu fettiges Essen.

Die Verdauung ist die Wurzel der Gesundheit. Wenn wir älter werden, wird sie automatisch schwächer, auch das spüre ich deutlich. Flohsamenschalen sind gute natürliche Hilfsmittel, auch Chiasamen, um der Verdauung Impulse zu geben. Viel trinken ist natürlich wichtig! Achte auf deine Verdauung und spüre in dich hinein, wie du dich nach einem Essen fühlst. Iss regelmäßig und gestalte dein Abendessen leicht und früh.

Trinke weniger Alkohol (Rotwein ist meist heftiger in der Wirkung als Weisswein) und höre zu rauchen auf.
Alkohol und Rauchen wirken erhitzend, was die Hitzewallungen und den Nachtschweiß verschlimmern kann. Außerdem schädigen sie Yin, Blut und die guten Körpersäfte.

Wenn es schon ums Trinken geht: Es heisst stets, trinke weniger Kaffee, Schwarztee und Grüntee. Das stimmt, diese drei Getränke wirken besonders trocknend. Das verstärkt Trockenheitssymptome wie trockene Haut und trockener Stuhl. Kaffee ist noch dazu erhitzend und verstärkt Hitzewallungen und dennoch, wer kann ohne Kaffee sein? Meine drei Espressi am Tag genehmige ich mir und ohne ein Glas Prosecco ab und zu? Geht gar nicht!

Apfel- und Birnenkompott sind toll, weil sie deine guten Körpersäfte auf bauen(hilft bei Trockenheit), kühlen dich sanft und schonen deine Verdauung. Iss Rohkost nur in Maßen und nicht zum Abendessen. Am Mittag kann es der Körper noch etwas besser verwerten, denn gerade im Herbst ist ein feiner Nüsslisalat DIE Köstlichkeit und er tonisiert das Blut, hilft bei Blutmangel und gegen Verstopfung.

Meide scharfe Gewürze. Dazu zählen: Pfeffer, Knoblauch, Chili, aber auch Zimt, Ingwer und Gewürznelken.
Scharfe Gewürze, aber auch Gewürztee und Ingwertee, verstärken die innere Hitze (heißes Gesicht, Nachtschweiß…).

Trinke vorwiegend warmes bis heißes Wasser.
Günstige Tees sind: Zinnkraut, Kamille, Melisse, Orangenblüten, Rosenblüten, Schafgarbe, Salbei
Du magst Geschmack im Wasser? Geeignet: etwas roter Traubensaft, Apfelsaft, Zitrone, Kräuter oder Früchte einlegen

Iss jeden Tag gekochtes Gemüse oder Gemüsesuppe.
Alle Gemüsearten sind kühlend bis neutral, außer Lauch, Schnittlauch und Zwiebel. Iss diese nur selten.
Durch die saftige Zubereitung als Suppe oder Eintopf werden gute Körpersäfte aufgebaut, die die innere Trockenheit sanft befeuchten (z.B. trockene Schleimhäute).

Iss häufig Amaranth, Quinoa, Hirse, Haferflocken, Vollkornreis, Algen, schwarzer Sesam, Mohn, Kürbiskerne, Mandeln, Maroni, Linsen, Kichererbsen, Bohnen, um dein Nieren-Yin aufzubauen. Das stärkt die Knochen, Haare und das Gehirn. 

Ich wünsche Dir eine herzerfrischende Herbstzeit, trotz aller Einschränkungen. Bleib zuversichtlich, fröhlich und schau auf das Gute, denn es ist immer da!

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