die gute Verdauung – 4. Teil

Im rechten Oberbauch unter den Rippen befinden sich Leber und Gallenblase. Normalerweise spüren sie diese nicht, wenn sie stillschweigend ihre Arbeit tun. Die Leber baut aus den Bausteinen der Nahrung unsere eigenen Energie Bausteine auf. Über den Dünndarm wurden sie aufgenommen und auf dem Blutweg zu ihr hintransportiert. Letztlich kommt es bei Ernährung und Stoffwechsel darauf an, uns das Leben zu ermöglichen. Die Bausteine sollen uns Kraft, Wärme und Vitalität geben, aber auch für die ständige und unmerkliche Erneuerung von verbrauchten Zellen sorgen: Blut, Muskeln, Fett, Knochen und so weiter, werden fortlaufend ausgetauscht und dafür brauchen wir Nachschub. Diese Basis Bausteine sind Eiweisse, Fette und Kohlenhydrate. Eine ausgewogene Ernährung sollte sie alle umfassen obwohl das Wunderwerk des menschlichen Organismus letztlich alles aus allem herstellen kann.

Die Leber spielt dabei die Hauptrolle, also behandeln sie sie pfleglich. Spüren können sie sie dieses Zentrallabor nicht, sie merken ihre Überlastung eher an Müdigkeit und Erschöpfung: nicht nur Infektionen, Alkohol oder viele Medikamente, sondern auch übermäßige emotionale Belastungen, können die Leber trotz ihrer großen Regenerationsfähigkeit schädigen. Die Folge ist eine Ansammlung von möglicherweise auch giftigen Stoffwechselprodukten und Entzündungsneigungen. Aus Sicht der TCM: Feuchtigkeit und Hitze. Dazu kommt noch, dass die Leber sehr empfindlich auf Druck und körperlich/seelische Anspannung reagiert. Sie ist der große Stratege, der die großen und kleinen tagtäglichen Lebenspläne entwirft. Das Leben richtet sich jedoch nicht immer danach und so besteht bei mangelnder Flexibilität immer große Kollisionsgefahr mit Umwelt und Mitmenschen.

Die Gallenblase speichert die von der Leber für die Fettverdauung produzierte Gallenflüssigkeit, die im Dünndarm ihre Wirkung entfaltet. In diesem Verdauungssekret werden die in der Leber aufgearbeiteten Giftstoffe transportiert, die später über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden. Tätig wird sie je nach Bedarf. Fettes Essen erfordert viel Gallenflüssigkeit, ebenso wie ein zu viel an belastenden Schadstoffen. Darüber hinaus ist sie aus TCM- Sicht die Instanz für die Entscheidungen. Sie ist das ausführende Organ der Leber und sorgt auch dafür dass alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort geschieht.

Mut, Verzagtheit und Übermut sind solche Gallenblasen-Symptome. Druck kann sie gar nicht vertragen, gerade wenn man den Ärger in sich hineinfrisst,  dann kann schon mal die Galle hochkommen. Und wenn nicht, dann staut sich Gallenflüssigkeit und es kommt irgendwann zu Gallensteinen. An der  energetischen Störung ändert sich übrigens nichts, wenn die Gallenblase entfernt wird. Dann zeigen sich andere Schwachstellen.

Energetisch haben sowohl Leber als auch Gallenblase die fatale Tendenz, das Qi aufsteigen zu lassen. Das geht dann meist entlang der Meridiane, die zum Kopf ziehen. Charakteristisch für diese Störungen ist, dass sie häufig mit Wechselhaftigkeit und innerem Druck einhergehen.
Hüftschmerzen, Ischialgien, besonders an den Außenseiten der Beine entlang, Nacken-Schulterverspannungen, Migräne, Kopfschmerzen, Sehstörungen, sowie Heuschnupfen mit juckenden/brennenden Augen.

Die meiste Energie haben Leber und Gallenblase nachts zwischen 23 und 3 Uhr. Sie können dies unterstützen, wenn sie vor dem schlafengehen einen bitteren Tee trinken und Alkohol meiden. Blockaden drohen überall im Organismus. Machen sie ist der Verdauung also etwas einfacher mit leichten, mäßig gewürzten Speisen und kleinen Portionen. Abend sollten sie nicht mit viel essen. Schokolade und Alkohol erhitzen zu stark. Der Druck ist allgegenwärtig – also lassen sie sich gerade beim Essen bewusst ein wenig Zeit und warten sie ab, wann sie wirklich satt sind.

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