Der Herbst fährt mit seiner Trockenheit ein… und was ist mit der Feuchtigkeit?

Dickdarm und Lunge sind die Organe, welche im Herbst besonders reagieren. Das sehe ich nicht nur bei mir, sondern auch bei Leo, der bei der trockenen Luft viel mehr niest als sonst, und wir haben einen Luftbefeuchter (einen richtig Guten, denn das lohnt sich!)

Spürst du auch Trockenheit? Hast du eher mit Feuchtigkeit zu kämpfen? Ich erinnere mich gut daran, wie ich unsere Ausbilderin fragte, wie es sein könne, dass Feuchtigkeit und Trockenheit gleichzeitig im Körper existieren können und wie wir da mit der Ernährung besten Einfluss nehmen können…

Die zwei wichtigen Merksätze zu Milz und Magen lauten:
* Die Milz liebt es warm und trocken. Sie hasst Feuchtigkeit.
* Der Magen liebt es warm, saftig und regelmäßig. 

Warm meint v.a. gekocht, trocken meint Nahrungsmittel, die entfeuchtend wirken, wie Hirse, Reis, Kürbis, Knäckebrot, gekochte Karotten oder Linsen. Saftig bedeutet eine saftige Zubereitung, der Magen liebt zum Beispiel Gemüsesuppen, Aufläufe oder Breie.

In der Milz (gemeint ist v.a. der Darm) sammelt sich leicht Feuchtigkeit an, etwa durch Überessen oder zu viel Zucker und Käsebrote (ihr wisst, wen ich meine ;-)). Die merkst du etwa an breiigem Stuhl oder Blähungen. Der Magen hingegen tendiert zur Hitze und zur Trockenheit, etwa durch scharfe Gewürze, zu viel Kaffee und Stress, merkbar an Sodbrennen, Reflux und Gastritis. 

Und häufig haben wir eben beides, Feuchtigkeit UND Trockenheit – also etwa Blähungen mit weichem Stuhl und gleichzeitig immer wieder Magenbrennen. 
Denkst du auch, dass das verwirrend ist? Was soll man dann essen, das widerspricht sich doch? Ja, so ging es mir am Anfang mit der TCM auch…

Hier noch einmal kurz, was diese Feuchtigkeit im Körper ist und wie sie entsteht: Stelle dir vor, deine Verdauung verwandelt alles, was du isst, in eine kochende Suppe. Der Dampf, der aus der Suppe aufsteigt, ist das Qi (die „Lebensenergie“), welche du aus der Nahrung gewinnst.

Doch was passiert, wenn die Suppe zu kalt wird? Sie kann nicht mehr verdampfen (kein „Qi“) und steht jetzt in deinem „Bauch-Kochtopf“ und was macht die kalte Suppe? Sie sucht sich andere Wege, wo sie im Körper hingeht. Zum Beispiel legt sie sich an deinem Bauch an und du nimmst zu. Oder sie sinkt in die Beine hinunter und du bekommst Ödeme (geschwollene Beine und Füße). Oder sie lagert sich in der Lunge ab, was du als ständig rinnende Nase oder Schleim im Rachen merkst.

Die kalte Suppe ist die Feuchtigkeit!

Und warum wird die Suppe eigentlich zu kalt? Du ahnst es schon: Weil du zu viel kalt isst und trinkst!

kalte Getränke

zu viel Rohkost (rohes Gemüse und Obst)

Jogurt

Essen aus dem Kühlschrank

häufige Brotmahlzeiten

Daraus ergibt sich auch schon der wichtigste Tipp, wie du deine Feuchtigkeit wieder loswirst:

Iss mindestens zwei gekochte Mahlzeiten am Tag, besser noch drei!

Abgesehen vom kalten Essen gibt es noch ein paar Nahrungsmittel, die du eher meiden solltest.

Sie wirken speziell befeuchtend bzw. verschleimend. Die wichtigsten davon sind:

  • Kuhmilch und Käse
  • Orangensaft
  • Zucker
  • Weizenmehl
  • Schweinefleisch
  • frittierte Speisen

Neigst du dazu, dich zu überessen? Das kann auch zu Feuchtigkeit führen. Vor allem, wenn du es oft machst.

Der Kochtopf ist von zu viel Nahrung einfach überfordert, sie bleibt liegen und Feuchtigkeit entsteht.

Und warum ist Feuchtigkeit nach TCM eigentlich so schlimm?

1. Feuchtigkeit erstickt das Qi. Das Qi ist deine Lebensenergie und ist u.a. für dein Energielevel, für dein Immunsystem und deine Blutbildung zuständig. Je mehr Feuchtigkeit, desto weniger Qi.

2. Feuchtigkeit ist an den meisten schweren Krankheiten beteiligt. Von Krebs über Multiple Sklerose bis zu Parkinson, Myome, Zysten, Lipome, Akne, Neurodermitis, Rheuma u.v.m. Feuchtigkeit spielt bei der Entstehung dieser Krankheiten immer eine Rolle!

Wenn du gesund bleiben willst, achte darauf, nicht zu viel Feuchtigkeit in deinem Körper anzusammeln.

Eine Kollegin sagte zu mir: Bevor ich über die TCM-Ernährung gelernt habe, weshalb regelmässige warme Mahlzeiten wichtig sind und diese frisch und saisonal sein dürfen, habe ich viele Jahre sehr viel Schokolade gegessen, außerdem Fast Food und Tiefkühlkost. Selber gekocht habe ich selten, wenn, dann Spaghetti mit Olivenöl und Knoblauch. Jetzt erst weiß ich, dass ich mir so sehr viel Feuchtigkeit angezüchtet habe, da Zucker und Kuhmilch (ja, Kakao habe ich auch sehr gerne getrunken) sehr befeuchtend wirkten. Die Feuchtigkeit habe ich vor allem an meiner Haut gemerkt (Neurodermitis mit nässenden Ekzemen) sowie an meiner Verdauung (Neigung zu Durchfall, häufig Übelkeit).  Gleichzeit war meine Haut aber extrem trocken und als Neurodermitikerin war ich gewohnt, mich ständig eincremen zu müssen, damit die Haut nicht zu arg rissig ist. Das ist ein eindeutiges Symptom von Säfte-Mangel, auch genannt Trockenheit. 

Tja, die guten Körpersäfte, die die Haut und auch die Magenschleimhaut versorgen und geschmeidig halten, kommen leider nicht von Schokolade und Fast Food. Sondern von natürlichen, qi-reichen Nahrungsmitteln, saftig zubereitet.

Ideal für uns alle wären also Gemüsesuppen, Apfelkompott, Eintöpfe mit viel Gemüse und sauciges Essen. Und um Feuchtigkeit auszuleiten, ist das Reduzieren von allem stark Befeuchtenden wie Kuhmilch, Zucker, Weißmehl, Pommes frites, Jogurt und mehr unumgänglich. 

Durch saftiges Essen mit den richtigen Zutaten erzeugst du keine Feuchtigkeit im Körper, sondern die guten Körpersäfte. Außer du kochst dir Milchsuppe mit Zucker oder Spätzle mit Käsesauce. :), was aber „mal“ völlig ok ist. Eine gut funktionierende Verdauung kann auch mal sowas gut verarbeiten, wie mein Körper ein Käsebrot. Wenn es täglich auf den Tisch käme, hätte ich schnell wieder Probleme.

Du kannst also Feuchtigkeit und Trockenheit gleichzeitig in den Griff bekommen – durch die richtige Balance aus Zutaten und Kochmethode. 

Möchtest du wissen, wie du am schnellsten, einfachsten und mit guter Unterstützung deine Feuchtigkeit loswirst und deine Verdauung auf Vordermann bringst? Ich darf dir mein Büchlein: ein guter Plan für Königinnen ans Herz legen. Gäbe auch mal ein gutes Geschenkt! Ich bekomme viele positive Feedbacks und freue mich sehr!

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